Erfahrungsbericht Fotografie

Ist es möglich als Laie mit Fotografie Geld zu verdienen?

Das Geschäft mit dem Verkauf von Bildern im Internet boomt. Schaut man sich im World Wide Web um, so stellt man fest, dass es eine Vielzahl von Online-Agenturen gibt bei denen Fotografen ihre Bilder zum Verkauf anbieten. Das Verlockende an diesem Modell ist, hat man ein Mal ein Foto hochgeladen, fließt das Geld ganz von allein. Vorausgesetzt das Foto erweckt bei den Käufern Interesse.

Dieses „leichtes Geldverdienen“ ist in meinen Augen durchaus interessant. Der Hacken dabei ist, dass ich weder ein begabter Künstler bin, noch Erfahrungen im Bereich der Fotografie habe. Die Frage ist aber – muss man ein erfahrener Fotograf sein um mit diesem Geschäftsmodell Geld zu verdienen, oder kann man sich als Laie ebenfalls ein Stück von diesem Kuchen abschneiden?

Um dieser Frage nachzugehen habe ich mich entschlossen es einfach mal auszuprobieren.

In diesem Erfahrungsbericht werde ich meine Erfahrungen im Bereich Fotografie festhalten. Da ich bis jetzt keine Erfahrungen mit Fotografie habe, werde ich natürlich viele Anfängerfehler begehen und daraus viel lernen. Als Ergebnis dieses Projekts, werde ich erfahren, ob es nun möglich ist mit Fotografie Geld zu verdienen.

Erste Schritte

Zunächst muss man sich bei einer Microstock-Bildagentur anmelden. Nach einer kurzen Recherche fand ich auf Anhieb mehre Anbieter , bei denen ich mit meinem Vorhaben durchstarten könnte. Es ist generell sinnvoll sich gleichzeitig bei mehreren Agenturen anzumelden, da man ja das Selbe Foto bei mehreren Anbietern verkaufen kann. Ich habe mich entschieden, mich zunächst nur bei einer Agentur anzumelden um dort meine ersten Erfahrungen zu sammeln. Dabei habe ich mich ganz willkürlich für Fotolia entschieden, da dies die bekanteste in Deutschland ist.

Bei der Anmeldung musste ich meinen Namen und meine Anschrift preisgeben, daher war es umso wichtiger die allgemeinen Geschäftsbedingungen gründlich zu untersuchen, um nicht in eine versteckte Kostenfalle reinzutappen. Es hat sich rausgestellt, dass sowohl die Anmeldung als auch das Anbieten von Bildern keine Kosten nach sich tragen. Somit habe ich mich bei dieser Agentur angemeldet und meiner Karriere als Fotograf stand nichts mehr im Wege.

Mein erstes Bild

Nun bin ich bei einer Microstocking-Agentur angemeldet und das „leichte Geldverdienen“ kann also los gehen. Damit widme ich mich den eigentlichen Aufgaben eines Fotografen, nämlich Bilder zu verkaufen.

Aber wie komme ich jetzt an Bilder? Klar – Kamera auspacken und los fotografieren.

Bevor ich aber damit anfange, bin ich auf die Idee gekommen meine Festplatte nach alten Urlaubsbildern zu durchforsten. Vielleicht findet sich ja das eine oder andere schöne Bild.

Bei der Suche bin ich dann auf dieses Bild gestoßen:

Erfahrungsbericht Fotografie

Dieses Bild habe ich vor einigen Jahren während eines Urlaubs geschossen. Das ist zwar kein Kunstwerk, aber in meinen Augen ist es ein durchaus gelungenes Motiv. Als „Nicht-Fotograf“ besitze ich natürlich keine Spiegelreflexkamera, was die blassen Farben und die schlechte Beleuchtung des Fotos erklärt. Also muss das Bild etwas aufgehüpscht werden. Auf der Software-CD meines Druckers hab ich ein kostenloses Bildbearbeitungsprogramm entdeckt. Mit diesem Programm hab ich nun meine künstlerische Begabung an dem Bild ausgelassen und die Farben etwas intensiviert. Wie man sieht ist das Bild schon etwas kontrastreicher geworden.

Erfahrungsbericht Fotografie

Dies ist also das erste Bild mit dem ich mein Glück versuchen werde.

Beim Hochladen des Bildes bei der Microstocking-Agentur kam noch ein letztes Hindernis. Es ist nämlich erforderlich Suchbegriffe oder auch „Tags“ für das Bild einzutragen. Dies ist natürlich ein wichtiges Kriterium für das erfolgreiche Verkaufen der Fotos. Denn das Angebot anderer Fotografen ist immens und man muss dafür sorgen, dass die Kunden durch die Eingabe bestimmter Suchbegriffe mein Bild finden.

Im Internet findet man viele Programme, welche automatisch Tags zu einem gewünschten Thema erzeugen. Diese Programme überzeugen mich aber nicht. Es werden zwar viele Begriffe ausgespuckt, allerdings sind die meiner Meinung nach für mein Bild überhaupt nicht zutreffend. Ich bin der Meinung, dass es wenig Sinn macht nicht zutreffende Tags zu verwenden. Wenn der potenzielle Käufer einen Suchbegriff eingibt und als Ergebnis etwas völlig anderes bekommt, wird er mein Bild bestimmt nicht kaufen.

Also habe ich mir die Mühe gemacht und die Tags selber geschrieben. Als Unterstützung habe ich ähnliche Fotos anderer Fotografen angeschaut. Dabei kann man nämlich die verwendeten Tags sehen. Dabei ist es mir aufgefallen, dass die meisten auch englische Begriffe verwenden, was meiner Meinung nach durchaus sinnvoll ist. Nach einigen Minuten Brainstorming und Abschreiben von anderen Fotografen bin ich bei knappen 40 Tags angekommen.

Nun habe ich mein erstes Foto zum Verkauf hochgeladen und bin gespannt was jetzt passiert.

Bewertung meines ersten Bildes

Nach dem ich mein erstes Foto bei der Microstocking-Agentur hochgeladen habe, erhielt ich eine Nachricht, dass dieses nun geprüft wird. Damit blieb mir nichts anderes übrig als zu warten. Mehrmals am Tag habe ich mich eingeloggt um nach dem Status zu sehen. Da ich von der Schönheit meines Bildes überzeugt war, bin ich davon ausgegangen, dass dieses ohne Weiteres angenommen wird. Darüber hinaus stellte ich mir schon bildlich vor, wie die Verkaufszahlen steigen und meinem Konto Credits zugeschrieben werden.

Nach ungefähr 30 Stunden, also am nächsten Tag war es endlich so weit. Die Bewertung meines Bildes wurde endlich abgeschlossen. Ich erhielt die Nachricht, dass mein Foto zwar den Vorstellungen der Agentur entspricht, allerdings haben sie schon jede Menge Bilder mit einem ähnlichen Motiv. Da sie großen Wert auf Exklusivität des Bildangebots legen, müssen sie mein Foto leider ablehnen.

Fazit

Das ernüchternde Ergebnis meines ersten Bildes entmutigt mich nicht. Ganz im Gegenteil bewerte ich die Nachricht der Agentur durchaus positiv. Zunächst haben sie nicht gesagt, dass das Foto schlecht ist, was für mich schon ein gutes Zeichen ist. Weiterhin wurde erwähnt, dass dieses Motiv schon vielfach vorhanden ist. Also ist diese Art von Fotos hoch im Rennen, leider bin ich allerdings etwas zu spät dran gewesen.

Und so geht’s weiter…

Wie ich schon erwähnt habe, gibt es eine Vielzahl solcher Microstocking-Agenturen. Also habe ich die Möglichkeit dieses Foto auch bei anderen Plattformen anzubieten. Da ich aber noch beim Experimentieren bin, bleib ich zunächst bei einer Agentur und sammle meine Erfahrungen.

Also muss jetzt ein weiteres Bild her…

Zunächst möchte ich aber fest halten was ich mit meinem ersten Foto gelernt habe:

  • Das Foto wurde von der Agentur nicht wegen mangelnder Qualität oder des schlechten Motivs abgelehnt, was dafür spricht dieses Projekt weiter zu betreiben und die Hoffnung nicht aufzugeben.
  • Bei der Wahl des Motivs sollte man sich folgende Gedanken machen:

- Was will der Kunde?

- Was will die Microstocking-Agentur?

- Was ist bereits vorhanden?

Um diese Fragen zu beantworten, sollte eine Analyse durchgeführt werden. Dazu Später mehr.

Mein zweites Bild

Beim ersten Bild habe ich also gelernt, dass eine Art Marktforschung nötig ist um ein Foto im Internet verkaufen zu können. Denn auch wenn ein Foto mehr oder weniger schön ist, heißt es noch lange nicht, dass es eine Nachfrage dafür geben wird. Bevor ich aber mit irgendwelchen Forschungen und Analysen beginne, möchte ich ein zweites Mal mein Glück versuchen. Beim Durchsuchen meiner Festplatte nach alten Urlaubsbildern, fand ich ein weiteres Foto, was in meinen Augen schön ist.

Erfahrungsbericht Fotografie

Das Foto entstand bei einem Spaziergang durch die Altstadt. Wie auch beim ersten Bild ist eine kleine Verschönerungsmaßnahme nötig.

Erfahrungsbericht Fotografie

Nun werde ich mein Schicksal ein zweites Mal herausfordern und das Bild hoch laden. Vielleicht hab ich diesmal etwas mehr Glück und das Foto wird von der Verkaufsplattform akzeptiert. Ob das Bild dann auch gekauft wird ist eine weitere Frage.

Fortsetzung folgt…